Diana Menschig

Diskussionsrunde: Übersetzungen

Diana Menschig
Diskussionsrunde: Übersetzungen
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Einfach eine andere Sprache oder Transformation?

Was geschieht mit einer Geschichte, die in einer anderen Sprache erzählt wird? Welche Chancen eröffnen sich für Autorinnen und Autoren? Welche Pflichten haben Übersetzerinnen und Übersetzer beim Umgang mit einem Text? Dürfen Sie beispielsweise Logikfehler korrigieren, die das Lektorat in der Originalsprache übersehen hat? Welche Freiheiten haben Sie bei der Wortwahl, welche Kompromisse müssen sie eingehen? Und wie modern oder zeitlos sollte eine Übersetzung sein? Überhaupt: Haben Übersetzungen durch Menschen eine Zukunft, ober werden wir bald automatisiert übersetzte Romane lesen?

Diese Diskussion ist sicherlich nicht neu, doch bekommt sie in Zeiten von sprachlicher “political correctness” und “nicer” Vermischungen neue Dimensionen, die es zu beleuchten gilt.

 

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Foto: Eva-Lotte Hill

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Foto: Ebba D. Drolshagen

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Stephan Askani, Programmleiter Hobbit Presse, Klett-Cotta Verlag

wurde 1960 als viertes von fünf Kindern in Stuttgart geboren. Der Vater war Pfarrer und die Mutter nach dem Krieg Dolmetscherin bei der amerikanischen Verwaltung der Reichsbahn. Dabei legte sie besonders Wert auf gute Manieren, was hieß: kein Kaugummi und Füße vom Tisch nehmen, wenn eine Dame den Raum betritt. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Tübingen (Latein als erste Fremdsprache und Altgriechisch als dritte) studierte Stephan Askani Allgemeine Rhetorik, Neuere deutsche Literatur und Philosophie in Tübingen unterbrochen von einem Studienaufenthalt in Paris. Nach dem Examen folgte ein Volontariat in einem evangelisch-konfessionellen Verlag in Stuttgart. Heute ist Stephan Askani Programmleiter der Hobbit Presse bei Klett-Cotta. Er ist verheiratet mit Veronika Askani und Vater zweier Töchter. Zusammen mit Frank Wegner hat er zum 350 jährigen Jubiläum des Cotta-Verlages den Band: “Cotta das gelobte Land der Dichter. Briefe an die Verleger” herausgegeben. In seiner Freizeit spielt Askani Geige (am liebsten, wenn niemand zuhört) und fährt Motorrad (am liebsten, wenn die Straßen frei sind).  

   

Marcel Aubron-Bülles

arbeitet seit über fünfzehn Jahren als freiberuflicher Übersetzer im phantastischen Umfeld. Er hat als Gründer der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V. einen gewissen Hang zur “High Fantasy”, lernte allerdings sofort nach Mittelerde Terry Pratchetts “Scheibenwelt” kennen, was sich bis heute als unterhaltsames Korrektiv erwiesen hat.

Er ist von Haus aus Historiker mit besonderem Bezug zur anglo-amerikanischen Geschichte und Kultur, war häufiger in Oxford als in jeder anderen Stadt und ist sich nach einem Jahr in Schottland sicher, in keinem früheren Leben William Wallace gewesen zu sein. Außerdem besteht er darauf, “bacon” als Frühstücksspeck zu übersetzen. Weil er's kann

C. E. Bernard

ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet. Seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben studiert Christine Lehnen Englische Literatur und Politikwissenschaft, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und inszeniert Theaterstücke mit der Bonn University Shakespeare Company.

Karen Nölle

übersetzt seit vielen Jahren aus dem Englischen, fast nur Belletristik, fast immer von Autorinnen, am liebsten solchen wie Alice Munro, Janet Frame, Eudora Welty, Annie Dillard oder natürlich Ursula K. Le Guin. Nebenbei ist sie freie Lektorin, Autorin von Reisebüchern, erfahrene Leiterin von Seminaren zur Textarbeit und seit 2010 eine der Programmmacherinnen im Verlag edition fünf.